Rosa damascena

Die Gruppe der Damaszener-Rosen ist eine Zuchtform mit schwerem, betörendem Duft aus Kleinasien, die zu den alten Rosen gezählt werden.

Es wird angenommen, dass Damaszener-Rosen schon in der Antike bekannt waren und von den Persern kultiviert wurden. Sie sollen mit den Kreuzrittern des 13. Jahrhunderts über Frankreich in die europäischen Gärten gekommen seien.

Über den Namen der heutigen Damaszener-Rose herrscht jedoch in der frühen Fachliteratur eine gewisse Unklarheit oder Verwirrung. Der spanische Arzt Nicolás Monardes bezeichnete sie 1540 in seinem Werk „De Rosa et partibus eius“ als Rosa persica oder alexandrina, wegen ihrer Herkunft aus Persien, und weil sie über Alexandria nach Spanien gelangt seien.
Laut Monardes war diese Rose in Deutschland, Italien und Frankreich als Rosa damascena bekannt, weil man dachte, sie käme aus Damaskus.
Die International Dendrology Society meint allerdings, dass der Name Rosa damascena im 16. Jahrhundert nur in England üblich gewesen sei. In anderen Ländern habe man die Rosa moschata so genannt, während die heute als Damaszener-Rose bekannte Pflanze als Rosa incarnata („fleischfarbene Rose“) oder Rosa pallida („blasse Rose“) bezeichnet worden sei.
Noch 1762 reihte Johann Herrmann in seiner Dissertatio die jetzige Damaszener-Rose unter den Zentifolien ein und verwendete den Begriff Rosa damascena anscheinend für eine andere Rose als Miller in dessen Dictionary von 1768.

Die Rosa damascena ist vermutlich aus einer Kreuzung der Rosa gallica und der Rosa phoenicea (einer Wildrose) hervorgegangen. Ihre Sträucher sind etwas größer als die der Rosa gallica, etwa 1,50 m hoch, mit mehr Stacheln und länglich-spitzen Blättern. Wenn sie Hagebutten bilden, sind auch diese eher länglich. Die Blütenfarbe ist meistens ein Rosa-Ton, seltener Weiß.
Wichtiges Charakteristikum ist der starke Duft.

Wie alle alten Rosen blühen die Damaszener-Rosen einmal im Jahr, im Frühsommer. Eine Ausnahme ist die mit der Rosa damascena eng verwandte, zweimalblühende Herbst-Damaszener-Rose (Rosa damascena semperflorens, auch ‚Rosa bifera‘, ‚Quatre Saisons‘ oder ‚Rose der vier Jahreszeiten‘), die ebenfalls schon in der Antike bekannt war.
Diese ist wahrscheinlich aus einer Kreuzung von Rosa gallica mit Rosa moschata entstanden.

Eine Erforschung des Erbgutes der Rose de Rescht deutet darauf hin, dass die Herbstdamaszenerrosen ihre Fähigkeit, öfter zu blühen, bei Rosa fedtschenkoana erworben haben.